Erfahrungsbericht
Freiwilliges soziales Jahr / Bundesfreiwilligendienst

Aloha,

mein Name ist Lars und ich war vom 1.7.2004 bis 1.5.2005 Zivi bei Life Challenge Fehmarn.

Diese Zivistelle hat mein Leben grundlegend verändert. Wie ihr ja schon gelesen habt, haben die Zivis eine große Verantwortung und arbeiten sehr eng mit den Klienten zusammen. Es gibt viel Gesprächsstoff und jede Menge interessanter Geschichten. Man lernt jeden kennen und durchlebt mit fast jedem die Therapie. Durch die vielen Aktivitäten mit den Klienten wird ein besonderes Verhältnis aufgebaut. Sie versuchen sich zu ändern, ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Manchmal klappt es und manchmal nicht. Wir sind Gesprächspartner und Vorbilder.

Die Arbeit ist schon mal ein bisschen stressig und man muss Geduld und Ruhe mitbringen. Es gibt Klienten, die einem fast den letzten Nerv rauben, aber gerade durch solche Patienten entwickelt man sich weiter. Man darf natürlich nie vergessen, dass man dort „nur“ arbeitet und es glücklicherweise den Feierabend gibt. Diese Abgrenzung war für mich sehr wichtig. Eine gewisse Distanz bleibt bestehen und ist nötig.

Die Klienten, Zivis und das ganze Team sind in Ordnung und ich bin echt froh dort gewesen zu sein. Besonders in einer Zeit, in der man sich stark entwickelt (ich war 20/21 Jahre alt) und Kontakt zu interessanten und guten Leuten sehr förderlich ist. Die Therapeuten haben wirklich Lust und Interesse, sich mit den Klienten, aber auch mit uns Zivis auseinanderzusetzen.

Ich habe mich noch nie zuvor so viel mit Gott beschäftig wie dort bei Life Challenge. In einem Haus, wo Gott einfach einen großen Platz hat, habe ich ihn ganz anders kennen gelernt. Ich habe viel über mein Leben nachgedacht und bin froh und dankbar, dass LC eine große Stütze für mich war. Ich habe in dieser Zeit meine Ausbildungsstelle gefunden. Mir wurde klar, welchen Beruf ich überhaupt ergreifen wollte. Ich bin dann mit gestärktem Rücken (Gebete von allen Seiten) zu meinen Vorstellungsgesprächen gefahren. - Das war echt toll.

Das Leben auf der Insel ist einmalig. Ich surfe und habe diese Zeit super genossen, auch wenn es im Winter nicht immer leicht war. In dieser Zeit lernt man sich von einer anderen Seite kennen und sieht vieles aus einem anderen Blickwinkel. Man lebt in einer 4er WG im Dachgeschoss. Diese besteht aus einem Schlafzimmer mit 4 Betten, einer Küche, einem Klo und einem Wohn- Esszimmer. Obwohl man auf „engstem“ Raum lebt, ist es für die Zivis recht gemütlich, wenn ich das so sagen darf ;-) Man muss sich aber schon daran gewöhnen, kein eigenes Zimmer mehr zu haben.

Ich war daher ziemlich froh, dass die Insel noch etwas anderes außerhalb von LC zu bieten hat, denn nach getaner Arbeit ging es meist raus zum Surfen, Klettern, Lagerfeuer, Sauna, Wakeboarden, Party machen oder am Strand in der Sonne liegen. Herrlich! Es lohnt sich bei der Arbeit ranzuklotzen, damit man sich mal frei nehmen und den ein oder anderen guten Surftag genießen kann.

Ich habe hauptsächlich die Zivistelle bei LC angenommen, um neue Leute kennen zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und zu wachsen. Das kann bei LC nur gelingen. Es gibt Schicksale, die einem die Sprache verschlagen. Man möchte manchmal eigentlich nichts davon wissen. Diese schweren Lebengeschichten, die manche mitbringen gibt es aber und die Menschen werden dort aufgefangen. Gott sei dank und es ist wichtig solchen Leuten zu helfen! Man sieht oft Leute, die mit Gott, der Welt und ihrer Situation nicht zurechtkommen. Es ist nicht leicht solchen Leuten entgegenzutreten und man weiß nicht, wie man sich verhalten soll. Ihr habt aber die Chance diese Menschen kennen zu lernen, zuzuhören was sie zu sagen haben, sie zu begleiten und selber von ihnen zu lernen. Ich war betroffen, was einige durchmachen mussten und dass sie sich trotzdem diese Therapieform auf freiwilliger Basis ausgesucht haben. Es gibt natürlich auch Rückschläge bei Klienten, aber es gibt auch positive Beispiele, die einem Mut machen und Bestätigung geben.

Wenn du etwas Interessantes suchst, mit viel Eigeninitiative und Verantwortung, Auseinandersetzung mit Gott, in einem gutem Team, in einem tollem Haus und das alles auf einer schönen Insel, dann bist du hier richtig!

Much aloha, der Larsemann

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